Edition


Die zweite große Aufgabe besteht in der Edition der Briefe. Sie will die Texte leserfreundlich und ohne störendes Beiwerk präsentieren, wobei aber dennoch jede Ergänzung erkennbar sein soll. Die logische (nicht historische) Interpunktion soll das Verständnis der Texte erleichtern. Aufgabe des Editors ist aber nicht allein, die Texte zu präsentieren, sondern auch die Überlieferung vollständig aufzulisten und zu charakterisieren sowie die Texte textkritisch in drei Apparaten aufzubereiten:
1. einem Apparat für die Entstehungsvarianten bei Erhaltung des Autographs, 2. einem für die Textkritik im engeren Sinne, besonders nur abschriftlich überlieferter Texte, schließlich 3. einem Apparat für die Wirkungsgeschichte in den Fällen, wo frühere Editoren einen verfälschten, aber allgemein rezipierten Text geboten haben. Einen besonderen Schwerpunkt bildet der Nachweis der Zitate und literarischen Anspielungen in einem vierten Apparat, einem weiteren Teil des Kommentars. Sie werden auch durch Indizes erschlossen. Die Satzherstellung einer solchen Ausgabe mit mehreren zeilenbezogenen Apparaten erfolgt durch den wissenschaftlichen Bearbeiter selbst mit Hilfe des Programmes TUSTEP. Die kodierte Datei als Druckvorlage entsteht im Laufe der wissenschaftlichen Bearbeitung. Damit ist nicht nur die Konsistenz des bearbeiteten Textes gewährleistet, sondern es wird auch eine Verminderung der Druckkosten erreicht. "Melanchthons Briefwechsel" benötigt keine Druckkostenzuschüsse.